15. April 2026
PCP, Lindan oder DDT im Dachstuhl - Risiken, Bewertung und Sanierung
In vielen Dachstühlen wurden bis in die 1980er-Jahre Holzschutzmittel eingesetzt, die heute als gesundheits- und umweltgefährdend gelten. Manchmal findet man noch alte Behandlungsnachweise auf kleine Karten oder Aufklebern mit Angaben wie Produktangaben und der letztmaligen Behandlung der Bauteile.
Häufig wurde das Holz mit Pentachlorphenol (PCP), Lindan oder DDT behandelt. Diese Stoffe sind langlebig, flüchtig und können über Jahre in die Raumluft abgegeben werden.
Ein kurzer Blick in die GESTIS-Stoffdatenbank zeigt:
Die Aufnahmewege von PCP gehen über die Atemwege und über den direkten Hautkontakt.
Daher ist bei Umbau, Ausbau oder Rückbau besondere Vorsicht geboten:
• Ausbau und Entsorgung gemäß AVV-Schlüssel
• Abschleifen nur mit Absaugung und Einrichtung eines Schwarzbereichs
• Schutzkleidung und Atemschutz zwingend erforderlich
Um die genauen Konzentrationen in Bauteilen oder der Raumluft zu erhalten, erfolgt durch Materialproben (z. B. Spanabtrag, Holzsplitter) oder ergänzend durch Luftuntersuchungen bspw. nach der PCP-Richtlinie eine genaue Untersuchung.
Erst dann lassen sich Art und Umfang der einer möglichen Sanierung genau bestimmen.
Alte Holzschutzmittel sind kein Einzelfall in Bestandsgebäuden – und oft erst dann Thema, wenn ein Ausbau bevorsteht.
Wer frühzeitig untersucht, vermeidet Überraschungen auf der Baustelle.
