15. April 2026

PCB - Typische Fundstellen und Relevanz

Polychlorierte Biphenyle (PCB) begegnen uns in Bestandsgebäuden häufiger, als viele denken. 
Ursprünglich wurden PCB wegen ihrer Beständigkeit und Elastizität geschätzt. 
Genau das macht sie heute zum Problem: Sie zerfallen kaum, sie gasen über Jahrzehnte aus und kontaminieren umliegende Bauteile sekundär.

Typische Fundstellen sind beispielsweise:
• Fugenmassen aus den 1960er–80er Jahren (oft Dehnungsfugen zwischen Waschbetonteilen)
• Alte Beschichtungen von Fensterrahmen, Türen und Metallteilen
• Kondensatoren in älteren Leuchten

Die dabei vergessenen Risiken sind vorallem zwei Dinge:
•Sekundärkontamination: PCB bleiben nicht dort, wo sie eingebaut wurden. 
Sie wandern in die Raumluft, lagern sich im Staub ab und ziehen in poröse Baustoffe wie Putz, Holz, Estrich oder Dämmstoffe ein. Dadurch kann die reale Belastung eines Raumes deutlich höher sein als die Quelle selbst vermuten lässt.
•Stärkere Ausgasung bei höheren Temperaturen: PCB sind halbflüchtig. 
Je wärmer der Raum oder je stärker die Sonneneinstrahlung (z. B. bei Fensterlaibungen), desto höher der Dampfdruck. Das führt zu massiv steigenden Luftkonzentrationen, selbst wenn die Quelle unverändert bleibt.

Ein kurzer Blick in die GESTIS-Stoffdatenbank zeigt, warum eine Gesundheitsgefahr von PCB ausgeht: 
Aufnahme über Atemwege, Haut und bei Staubbelastung sogar oral.

Eine Ermittlung der Belastung sollte daher immer vor Sanierungsbeginn über Materialproben, Luftmessungen nach PCB-Richtlinie und bei Sanierungen zusätzliche Staubuntersuchungen erfolgen, um versteckte Lasten zu erfassen.

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