Blog & Erläuterungen

Sanierungsplanung A-Z, Gebäudeschadstoffe und 
Arbeitssicherheit

In diesem Bereich finden Sie kurze Fachartikel und Erläuterungen zu den Themengebieten 
Gebäudeschadstoffe, Bestandsaufnahmen, Holzschutz und typische Bauschäden.

Bestandsaufmaße und Schadenskartierungen

Ein Thema was insbesondere dann immer aufkommt, wenn eine Sanierung oder ein Hauskauf/Hausverkauf ansteht sind
Bestandsunterlagen. Die wenigsten haben noch aussagekräftige Bestandspläne von Ihrem Gebäude. Was ist dann der erste Schritt? 
Oftmals finden sich noch Bestandsunterlagen bei dem jeweiligen Bauamt. Aber auch dort sind häufig die Unterlagen nicht 
vollständig vorhanden oder es gab verschiedene Umbauten, die so nichtmehr in Gänze nachvollziehbar sind.
Dann ist es meistens sinnvoll den Bestand nochmal aktuell aufzunehmen und dies gleich in Verbindung mit einem genauen 
digitalen Aufmaß. Hierzu wird mittels Laserscan, Detailmessungen vor Ort und Fotos das Gebäude genau eingemessen und 
in dem jeweiligen Detaillierungsgrad auf Plänen abgebildet. 
Die Hilfsmittel sind hier sehr vielfältig: Handaufmaße bei kleinen Bereichen, Photogrammetrie für Fassaden oder 3d-Scans von komplexen Gebäudestrukturen.

Insbesondere für Sanierungsplanungen ist die digitale Bauaufnahme ein wichtiges Werkzeug.
Direkt vor Ort mit aufgenommen werden Gebäudeschaden, die später in einer Schadenskartierung aufgezeigt werden.
Eine Schadenskartierung ist dabei mehr als ein paar Fotos: Sie dokumentiert Art, Umfang, Ursache und Position der Schäden im Gebäude. Risse, Feuchtebereiche, Holzschäden, Befall, Abplatzungen oder bauliche Unstimmigkeiten werden systematisch 
erfasst, in den digitalen Plan eingetragen und nachvollziehbar beschrieben.

Das Ergebnis ist ein präzises Bestandsmodell, in dem nicht nur die Gebäudemaße stimmen, sondern auch die relevanten Schadstellen eindeutig verortet sind. Für jede spätere Sanierungsplanung ist das entscheidend.
Planer, Handwerker oder Statiker sehen auf einen Blick, wo Probleme liegen, wie groß ihr Einflussbereich ist und welche 
Bauteile betroffen sind.

PCP, Lindan oder DDT im Dachstuhl
Risiken, Bewertung und Sanierung 

In vielen Dachstühlen wurden bis in die 1980er-Jahre Holzschutzmittel eingesetzt, die heute als gesundheits- und umweltgefährdend gelten. Manchmal findet man noch alte Behandlungsnachweise auf kleine Karten oder Aufklebern mit Angaben wie:
Produktangaben und der letztmaligen Behandlung der Bauteile.

Häufig wurde das Holz mit Pentachlorphenol (PCP), Lindan oder DDT behandelt. Diese Stoffe sind langlebig, flüchtig und 
können über Jahre in die Raumluft abgegeben werden.

Ein kurzer Blick in die GESTIS-Stoffdatenbank zeigt:
Die Aufnahmewege von PCP gehen über die Atemwege und über den direkten Hautkontakt.
Daher ist bei Umbau, Ausbau oder Rückbau besondere Vorsicht geboten:
• Ausbau und Entsorgung gemäß AVV-Schlüssel
• Abschleifen nur mit Absaugung und Einrichtung eines Schwarzbereichs
• Schutzkleidung und Atemschutz zwingend erforderlich

Um die genauen Konzentrationen in Bauteilen oder der Raumluft zu erhalten, erfolgt durch Materialproben (z. B. Spanabtrag, Holzsplitter) oder ergänzend durch Luftuntersuchungen bspw. nach der PCP-Richtlinie eine genaue Untersuchung. 
Erst dann lassen sich Art und Umfang der einer möglichen Sanierung genau bestimmen.

Alte Holzschutzmittel sind kein Einzelfall in Bestandsgebäuden – und oft erst dann Thema, wenn ein Ausbau bevorsteht.
Wer frühzeitig untersucht, vermeidet Überraschungen auf der Baustelle.

PCB - Typische Fundstellen und Relevanz

Polychlorierte Biphenyle (PCB) begegnen uns in Bestandsgebäuden häufiger, als viele denken. 
Ursprünglich wurden PCB wegen ihrer Beständigkeit und Elastizität geschätzt. 
Genau das macht sie heute zum Problem: Sie zerfallen kaum, sie gasen über Jahrzehnte aus und kontaminieren umliegende Bauteile sekundär.

Typische Fundstellen sind beispielsweise:
• Fugenmassen aus den 1960er–80er Jahren (oft Dehnungsfugen zwischen Waschbetonteilen)
• Alte Beschichtungen von Fensterrahmen, Türen und Metallteilen
• Kondensatoren in älteren Leuchten

Die dabei vergessenen Risiken sind vorallem zwei Dinge:
•Sekundärkontamination: PCB bleiben nicht dort, wo sie eingebaut wurden. 
Sie wandern in die Raumluft, lagern sich im Staub ab und ziehen in poröse Baustoffe wie Putz, Holz, Estrich oder Dämmstoffe ein. Dadurch kann die reale Belastung eines Raumes deutlich höher sein als die Quelle selbst vermuten lässt.

•Stärkere Ausgasung bei höheren Temperaturen: PCB sind halbflüchtig. 
Je wärmer der Raum oder je stärker die Sonneneinstrahlung (z. B. bei Fensterlaibungen), desto höher der Dampfdruck. Das führt zu massiv steigenden Luftkonzentrationen, selbst wenn die Quelle unverändert bleibt.

Ein kurzer Blick in die GESTIS-Stoffdatenbank zeigt, warum eine Gesundheitsgefahr von PCB ausgeht: 
Aufnahme über Atemwege, Haut und bei Staubbelastung sogar oral.

Eine Ermittlung der Belastung sollte daher immer vor Sanierungsbeginn über Materialproben, Luftmessungen nach PCB-Richtlinie und bei Sanierungen zusätzliche Staubuntersuchungen erfolgen, um versteckte Lasten zu erfassen.

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